Jimmie Johnson wird Champion
Gestern sicherte sich Jimmie Johnson seinen vierten Titel in Homestead. Damit ist er der erste Fahrer, dem es gelang, 4 Mal in Folge Nascar-Champ zu werden. Das Rennen konnte Denny Hamlin für sich entscheiden.
Das das Rennen in Homestead geschichtsträchtig sein würde, war schon von Anfang an klar. Entweder Johnson würde mit seinem 4. Titel in Folge in die Geschichte eingehen oder Mark Martin als ältester Nascar-Champion überhaupt. Am Freitag sicherte sich die #48 schon die Pole und ging somit mit einem guten Vorteil ins Rennen. Mark Martin startete von Position 4.
Johnson konnte schon direkt beim Start vorne wegziehen und sich seine 5 Bonuspunkte sichern. Damit reichte ihm praktisch ein 27. Platz zum Titelgewinn. Im Rennen dominierte der Champion praktisch das gesamte Rennen gegenüber Mark Martin. Zwischenzeitlich fielen Beide, aufgrund eines Boxenstops während der Caution, zurück in den hinteren Teil des Feldes. Für viele Jimmie-Fans waren das wohl die schwersten Runden, man erinnere sich an Texas. Der Meister kämpfte sich aber letztlich wieder nach Vorne und sicherte sich einen 5.Platz. Sein direkter Rivale im Meisterschaftskampf, konnte mit einem 12. Platz und 0 Führunsrunden kaum überzeugen. Der Unterschied zwischen beiden Fahrern wuchs von 108 auf 141 Punkte. Denny Hamlin sicherte sich in einem überzeugenden Rennen den 1.Platz und die 10 Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden. Damit machte er einen gewaltigen Schritt von 3 Plätzen, auf Platz 5 in der Gesamtwertung. Jeff Gordon sicherte sich mit einem 6.Platz, Position 3 in der Wertung, vor Kurt Busch, welcher im Rennen den 4.Platz belegte. Dadurch belegen die Männer von Hendrick Motorsports die ersten drei Plätze in der Gesamtwertung. Rookie of the Year wurde, wie nicht anders zu erwarten, der 19-jährige Joey Logano.
Ganz Fair blieb das Rennen allerdings nicht, denn es wurde von einer Fehde zwischen Juan Pablo Montoya und Tony Stewart überschattet. Montoya fiel schon während des gesamten Rennens durch seinen sehr aggressiven Fahrstil auf, was auch schon Jimmie Johnson fluchend auffiel. In Runde 115 stoßte Montoya, Stewart an, woraufhin dieser als Retourkutsche, seitlich in die 42 rammte. Montoya musste einen Reifenschaden und eine Berührung mit der Mauer hinnehmen. Als Resultat daraus, fiel er 28 Runden aus. Kurz nach seiner Rückkehr, drehte er dann schließlich in einer Racheaktion, Tony Stewart quer über die Front Straight. Nascar befahl dem Kolumbianer eine Auszeit über 2 Runden. Beide Fahrer taten sich keinen Gefallen, denn Stewart verlor 1 Position in der Gesamtwertung, Montoya gleich 2.
Der Sprint Cup pausiert jetzt bis zum 14.Februar, also 83 Tage. Dann geht es weiter mit dem Saisonauftakt in Daytona.
Mit Jimmie Johnson wurde ein würdiger Meister gefunden. Es besteht eigentlich kein Zweifel, dass er im Moment der beste Fahrer ist. Wie schon in der Vorschau erläutert, hätte ich es auch Mark Martin gegönnt. In knapp 12 Wochen geht es schon wieder los und die Frage, die alle beschäftigt ist: “Kann Jimmie Johnson seinen Rekord ausbauen?” Ich würde mich freuen, wenn die nächste Saison etwas anders aussehen würde. Ich denke, dass Mark Martin mit weitaus mehr Selbstbewusstsein in die neue Saison gehen wird, als in die Letzte. Vielleicht schafft er es ja diesmal.
Die letzten Runden
WTCC in Macao
Tarquini holt sich den Titel, Franz Engstler mit gebrochenem Schlüsselbein.
In der WTCC wurde Heute Geschichte geschrieben. Mit 47 Jahren wurde Gabriele Tarquini der älteste Weltmeister in einer FIA-Weltmeisterschaft. Natürlich gab es, wie erwartet, viel Schrott und spektakuläre Abflüge. Die Entscheidung in der Meisterschaft verzögerte sich allerdings bis in das letzte Rennen.
Das erste Rennen war eher unspektakulär. Der erwartete Crash in der ersten Runde blieb aus. Robert Huff holte sich den Sieg. Tarquini konnte von einer teamtaktischen Entscheidung profitieren, indem sich Monteiro zurückfallen ließ. Der neue Weltmeister wurde Zweiter. Sein direkter Konkurrent und Titelverteidiger Yvan Muller sicherte sich den fünften Platz.
Mit 6 Punkten Differenz zwischen Tarquini und Muller, ging es in das letzte Rennen. Farfus startete von der Pole und sicherte sich nach Rennabbruch in der 9.Runde den Sieg. Aus dem Titelkampf war der Brasilianer allerdings schon nach dem 1.Rennen. Der Grund für das vorzeitige Ende war ein heftiger Dreifach-Crash. Félix Porteiro kam mit zu viel Speed in die letzte Kurve und krachte in die Leitplanke. Der Privatier Franz Engstler konnte nicht mehr ausweichen und krachte in den liegen gebliebenen Porteiro. Trotz der raschen Reaktion der Streckenposten, sofort doppelt Gelb zu winken, knallte der aus Macao stammende André Couto mit voller Geschwindigkeit ins Heck des Deutschen. Sofort wurden die roten Flaggen geschwenkt. Aufgrund einer vorherigen Gelphase sollten 9/11 Runden gefahren werden. Engstler wurde sofort geborgen und in das Medical Center gebracht. Dort diagnostizierte man einen Schlüsselbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. Engstler soll wieder auf dem Weg nach Europa sein.
Hier das Video des Unfalls.
Das Feld stand schließlich einige Minuten lang auf der Start und Zielgeraden. Schließlich wurde das Rennen von der Rennleitung für beendet erklärt. Tarquini wurde als 5. gewertet, Muller auf Position 3. Somit sicherte sich Tarquini mit 127 Punkten und 4 Punkten Vorsprung auf Muller den Titel.
Der enthronte Meister Yvan Muller gab direkt nach dem Rennen bekannt, nächste Saison für Chevrolet zu fahren. SEAT war seit 2006 sein Arbeitgeber.
In der Privatfahrerwertung sicherte sich Tom Coronel, mit 13 Punkten Vorsprung auf Felix Porteiro, den Titel.
Das erwartete Lotterierennen blieb Heute aus und mit Tarquini wurde ein verdienter Weltmeister gefunden. Franz Engstler kann einem Leid tun. Wieder einmal unverschuldet abgeräumt. Hoffentlich sieht es nächste Saison wieder besser bei ihm aus. Ich wünsche ihm auf jeden Fall eine gute Besserung.
Vorschau: WTCC in Macao
Am Sonntag ist es wieder soweit. Die WTCC tagt traditionell am letzten Rennwochenende des Jahres im berüchtigten Macao.
Am Sonntag geht es los im Monte-Carlo des Ostens, an der chinesischen Ostküste. Die Tourenwagenweltmeisterschaft tritt an zu ihrem letzten Lauf. Auch diesmal kann sich in Macao wieder alles drehen und wenden.
Wir haben 3 verschiedene Titelaspiranten. Gabriele Tarquini startet mit 115 Punkten, Yvan Muller mit 113 Punkten und mit 102 Punkten und damit, bei 20 möglichen Punkten, immer noch im Titelrennen, Augusto Farfus. Es werden also zwei spannende Rennen am Sonntag.
Auf dem Stadtkurs von Macao werden 2 Rennen á 9 Runden absolviert. Die Strecke ist 6,117 m lang und bekannt dafür, dass eigentlich alles passieren kann. Viele Leute wünschen sich daher einen anderen Kurs. Berüchtigt sind die langen Geraden und engen Passagen. Ohne Auslaufzonen natürlich.
Für die deutschen Fans geht es schon um 05:00 Uhr Morgens mit dem 1.Rennen auf Eurosport los. Das 2.Rennen folgt dann schon um 06:00 Uhr.
Ich werd natürlich auch aufstehen. Die WTCC gehört einfach zu meinen Lieblingsserien, auch wenn die Rennen teilweise ins Absurde gehen. Persönlich hab ich jetzt keinen Favoriten. Möge der Bessere gewinnen.
Vorschau: Nascar in Homestead
Am kommenden Sonntag werden das letzte Mal in dieser Saison die Motoren angeschmissen wenn es wieder heißt: “Gentleman start your engines”.
Das Motorsportjahr neigt sich zum Ende und im letzten Rennen des Jahres wird bei den Stockcars noch um den Titel gekämpft. Chancen auf den Titelgewinn haben allerdings lediglich Jimmie Johnson (6492 Punkte) und Mark Martin (6384 Punkte). Macht einen Unterschied von 108 Punkten. Jeff Gordon ist zwar offiziell mit 6323 Punkten immer noch im Wettbewerb, wird aber nach dem Start keinerlei Chancen mehr haben.
Was bedeutet das nun eigentlich für Jimmie Johnson? Die #48 muss es lediglich schaffen, am Ende des Rennens nicht schlechter als auf Platz 25 zu landen und sein vierter Titelgewinn ist somit gesichert. Da kann Mark Martin sich noch so drehen und wenden, selbst mit dem Sieg und den meisten Führungsrunden reicht es nicht für die Meisterschaft. Für Jimmie wäre dies der vierte Titelgewinn in Folge. Er reiht sich damit in die Bestenliste mit Richard Petty (7-maliger Champion), Dale Earnhardt sr. (7-maliger Champion) und Jeff Gordon (4-maliger Champion) ein. Allerdings stellt Johnson den Rekord für die meisten Meisterschaften in einer Reihe auf. Letztes Jahr konnte er in dieser Disziplin schon Cale Yarborough einholen.
Gefahren wird auf dem Homestead-Miami Speedway in Homestead, Florida. Während des Ford 400 werden hier 267 Runden, was eine Distanz von 400,5 Meilen, bei einer Streckenlänge von 1,5 Meilen, bedeutet. Die Strecke weist in den Turns ein Banking von 18°-20°, auf den Geraden von 4°, auf. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten lagen in den vergangenen Jahren bei ungefähr 130 mph.
Es ist allerdings interessant, dass es Jimmie Johnson noch nie geschafft hat auf diesem Speedway zu gewinnen. Bei 8 Starts konnte er allerdings 2 Top-5 Ergebnisse und 5 Top-10 Ergebnisse einfahren. Das er hier nie gewinnen konnte, kann allerdings auch daran liegen, dass er in den letzten drei Jahren nie gewinnen musste um Champion zu werden. Letztes Jahr beendete er das Rennen auf Platz 15. Seine fahrerische Kompetenz konnte er schon am vergangenen Wochenende abermals unter Beweis stellen, als er mit einer spielerischen Überlegenheit in Phoenix gewinnen konnte. Eine Woche zuvor landete er aufgrund eines unverschuldeten Unfalls auf Platz 38.
Mark Martin wird also voraussichtlich zum fünften Mal in seiner Karriere den Vizetitel ernten. Champion konnte er noch nie werden. In Homestead selber hat er noch kein einziges Mal gewonnen, wurde 4-mal in den Top 5 gewertet und 5-mal in den Top 10. In den letzten 3 Rennen in Homestead endete er allerdings in den Top 10.
Das Rennen wird gegen 21:30 Uhr MEZ auf ABC übertragen.
Persönlich würde ich es Mark Martin sehr gönnen. Beide Parteien haben im Prinzip die Meisterschaft verdient. Jimmie Johnson weil er nunmal der kompletteste Fahrer ist und im Chase abermals bewiesen hat was er drauf hat, Mark Martin weil er als Nascar-Oldie und fünfmaliger Vizechamp auch mal den ganz großen Topf verdient hat. Ich freu mich auf jeden Fall sehr auf das Wochenende und vielleicht gibt es ja die ein oder andere Überraschung.
F1-Saison 2010 ohne Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen wird in der nächsten Formel 1 Saison nicht an den Start gehen. Dies bestätigte sein Manager Steve Robertson. Am Ende der kommenden Saison wird dann entschieden, ob Kimi 2011 wieder an den Start gehen wird oder nicht.
“Die Optionen waren bei McLaren zu fahren, oder überhaupt nicht”, erklärte Robertson, “Kimi und McLaren kamen zu keiner Einigung.”
“Ein Jahr Pause bedeutet Kimi garnichts. Er ist mehr daran interessiert um Siege zu kämpfen und die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Die Formel 1 wird Kimi vermissen. Er hat über den Sommer hart gearbeiten und im Ferrari Dinge vollrichtet, die nur die besten Fahrer können.”
Das sich die Situation für Räikkönen in diese Richtung entwickelt hat, war schon länger klar. Er hielt stets daran fest, nur in einem Siegerteam zu fahren. Da er bei Ferrari rausgeschmissen wurde, kam also nur noch McLaren mit einem freien Platz in Frage.
Persönlich finde ich es sehr schade, dass er nicht mehr dabei sein wird. Seine “coole” Art hat mich eigentlich immer sehr beeindruckt, genauso wie sein fahrerisches Können. Ich hoffe, ihn spätestens 2011 wieder in einem Cockpit um Siege fahren zu sehen.
Willkommen bei Racing Experience
Willkommen auf der neuen Website racingexperience.wordpress.com . Auf dieser Mischung aus Blog und Newssite, werdet ihr in Zukunft alles über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens erfahren. Damit meine ich natürlich Motorsport. Ich hoffe natürlich, dass hier reichlich Diskussionen stattfinden werden. Bis dahin…
Alex

